{"id":903,"date":"2021-06-10T18:33:41","date_gmt":"2021-06-10T18:33:41","guid":{"rendered":"http:\/\/q-words.net\/?p=903"},"modified":"2021-06-10T18:33:42","modified_gmt":"2021-06-10T18:33:42","slug":"krebs-bleibt-ein-kaleidoskop-der-komplexitaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/q-words.net\/?p=903","title":{"rendered":"Krebs bleibt ein Kaleidoskop der Komplexit\u00e4ten"},"content":{"rendered":"\n<h1><\/h1>\n\n\n\n<p>Leben mit der Krankheit &#8211; pers\u00f6nliche und politische Perspektiven <\/p>\n\n\n<p><!--more--><\/p>\n\n\n<p><br>Dear Susan,<br><br>bitte erlauben Sie mir, Ihnen f\u00fcr Ihre bahnbrechende Arbeit in \u00bbKrankheit als Metapher\u00ab zu danken. Ihr Text ist f\u00fcr mich vision\u00e4r, wie Sie es in so Vielem waren. Und hat mir enorm geholfen, die Analyse, wie ich und \u00bbmein\u00ab Krebs \u00bbbehandelt\u00ab werden, zu sch\u00e4rfen. Gerne m\u00f6chte ich meine pers\u00f6nlichen Perspektiven zu einzelnen Passagen Ihres Buches skizzieren und einen Austausch anzetteln. Auch, um in diesen turbulenten Zeiten ein wenig Verbundenheit zu schaffen.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Ich danke Ihnen von ganzem Herzen.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Mit tiefstem Respekt,<\/p>\n\n\n\n<p>Nina<\/p>\n\n\n\n<h3>\u00dcberraschung und Invasion<\/h3>\n\n\n\n<p><em>\u00bbHeute ist der Krebs an der Reihe, die Krankheit zu sein, die nicht anklopft, bevor sie eintritt, ist es der Krebs, der die Rolle einer als erbarmungslose, geheime Invasion erfahrenen Krankheit \u00fcbernimmt \u2013 eine Rolle, die er so lange behalten wird, bis seine \u00c4tiologie eines Tages so klar und seine Behandlung so wirksam sein werden, wie es die der Tb geworden sind.\u00ab Susan Sontag<\/em><br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Ab dem Moment meiner Krebsdiagnose fand ich mich auf einer extrem emotionalen Achterbahnfahrt wieder, die begann, bevor ich ahnte, dass ich eingecheckt hatte. Zusammen mit meinen liebsten Menschen verwandelte sie sich in eine kollektive Bewegung ins Ungewisse. Zuerst hast Du Angst, dass die Bahn in den Boden crasht. Gerade als klar wird, sie wird genau das nicht tun, kippt das Geschehen in unerwartete, fiese Wendungen, als Du wieder dachtest, Du wei\u00dft endlich, wo es langgeht.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Erlaubt mir an dieser Stelle, ein paar Einsichten f\u00fcr Mitreisende zu teilen. Erstens, versuche, Deiner neuen Klarheit zu vertrauen und Dich nicht zu sehr vom Schwindel, der Schnelligkeit und der Abfertigung ablenken zu lassen. Zweitens wird diese Achterbahn zwischendurch zu Deiner ganz pers\u00f6nlichen Geisterbahn, in der fast alle Deine \u00c4ngste schonungslos auftreten werden. Durch diese Geisterbahn wirst Du \u00f6fter als einmal fahren. Freunde Dich unbedingt mit Deinen Geistern an, damit sie Dich nicht jedes Mal wieder zu Tode erschrecken, wenn sie auftauchen. Nat\u00fcrlich ist es keine \u00dcberraschung, wie unfassbar anstrengend das wird. Drittens: Du solltest Dir ein eigenes Bremssystem basteln und lernen, es zu benutzen. Um mit der Zeit, dem Tempo und den Auswirkungen umzugehen. Der Krebs hat nicht angeklopft, er hat sich selbst eingeladen, sa\u00df bereits im Waggon und hat den Startknopf gedr\u00fcckt. Wie die Fahrt enden wird? Die Antworten schweben in der Luft \u2026<br><\/p>\n\n\n\n<h3>Todesurteile<\/h3>\n\n\n\n<p><em>\u00bbDies ganze Bel\u00fcgen und L\u00fcgen von Krebspatienten ist ein Ma\u00dfstab daf\u00fcr, wieviel schwieriger es in den hochentwickelten Industriegesellschaften geworden ist, mit dem Tod zurechtzukommen. Da der Tod heute nun einmal ein beleidigendes bedeutungsloses Ereignis ist, wird die Krankheit, die weitgehend als Synonym f\u00fcr Tod betrachtet wird, als etwas erlebt, das versteckt werden muss.\u00ab<\/em><br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Analyse hat mich tief ber\u00fchrt. Pl\u00f6tzlich wirst Du zu einem Spiegel der Sterblichkeit, zu einer kompromisslosen Konfrontation mit der Todesangst vieler Menschen (und eventuell anderer \u00c4ngste), eine verk\u00f6rperte Erinnerung daran, dass unsere Zeit endlich ist, ein Weckruf, dass jede*r die* N\u00e4chste sein k\u00f6nnte. Mit einer Krebsdiagnose entkommst Du diesen Todeszuschreibungen nicht.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Das kann zu Verheimlichungen, L\u00fcgen und Schweigen f\u00fchren. Der Mangel an Kommunikation und die damit einhergehende m\u00f6gliche Isolation sind die schlimmsten Aspekte der Krebserkrankung. Das habe ich schon aus den Erfahrungen meiner Ma gelernt, als sie sich mit Krebs konfrontiert sah. Das wollte ich nicht wieder erleben.\u00ab (\u2026) es ist eine Notwendigkeit, dem Leben mit Krebs eine Stimme zu verleihen, au\u00dferhalb der bet\u00e4ubenden Akzeptanz des Todes als einer Resignation, die nach der Rage und vor der Verzweiflung wartet\u00ab, wie Audre Lorde sagte. Das ist einer der Gr\u00fcnde, weshalb ich mit meinen liebsten Menschen einen Austausch \u00fcber meine Situation angefangen habe. Reflektiert, aber auch unreflektiert. Es war genau dieser Austausch, der mich auch gerettet hat \u2026<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Denn Krebs und andere lebensbedrohliche Krankheiten neigen dazu, fast t\u00e4glich schwierige Entscheidungen zu verlangen. Manche Krankheiten sind Entscheidungs-Beschleuniger, allein schon wegen ihres Todesversprechens. This Drama. Aber wer die Entscheidung trifft \u00fcber das Was, Wie, Wann, Wer und Warum, wird eine ganz neue waghalsige Disziplin. Du musst schnell lernen. Und diese Lernkurve ist steil \u2026<br><\/p>\n\n\n\n<h3>Chancen<\/h3>\n\n\n\n<p><em>\u00bb(\u2026) gelten die Hauptsymptome von Krebs charakteristischerweise als unsichtbar \u2013 bis zum letzten Stadium, wo es zu sp\u00e4t ist. Die Krankheit, die oft zuf\u00e4llig oder im Verlauf einer medizinischen Routineuntersuchung entdeckt wird, kann weit fortgeschritten sein, ohne irgendwelche merkbaren Symptome sichtbar werden zu lassen. Man hat einen undurchschaubaren K\u00f6rper, der zu einem Spezialisten gebracht werden mu\u00df, der herausfinden soll, ob er Krebs enth\u00e4lt. Was der Patient nicht feststellen kann, wird der Spezialist durch die Analyse von Geweben bestimmen, die dem K\u00f6rper entnommen werden. Tb-Patienten d\u00fcrfen ihre R\u00f6ntgenbilder sehen oder sogar selbst besitzen: Die Patienten im Sanatorium des Zauberberg tragen die ihren in der Brusttasche mit sich herum. Krebspatienten schauen sich ihre Biopsien nicht an.\u00ab<\/em><br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Die Super-Spezialisten: Die zugespitzte Arbeitsteilung innerhalb des neoliberalen Systems versch\u00e4rft selbstverst\u00e4ndlich die Schwierigkeit, komplexe und\/oder chronische Krankheiten wie Krebs zu erfassen. Es gibt eine immer weiter aufgef\u00e4cherte Auswahl an Super-Spezialisten, die Deinen K\u00f6rper als einen Auftrag entgegennehmen k\u00f6nnen, aber keine Person, die in der Lage ist, Dir eine ganzheitliche Beurteilung der Konsequenzen zu geben. Die \u00c4rzt*innen k\u00f6nnen Dich \u00fcber einen spezifischen Streckenabschnitt aufkl\u00e4ren, aber keine*r wird Dir die ganze Reise erkl\u00e4ren, ganz davon zu schweigen, was passiert, sollte etwas entgleisen. Zwar gibt es Tumor-Konferenzen, wo Onkolog*innen, Radiolog*innen und Chirurg*innen Dein Anliegen behandeln, aber das hei\u00dft nicht, dass es ihnen unbedingt ein Anliegen ist.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Fairerweise muss ich einr\u00e4umen: Es gibt Ausnahmen. Manche \u00c4rzt*innen geben sich M\u00fche, Dir so viel wie m\u00f6glich zu erkl\u00e4ren. Aber z\u00f6gere nicht, fortlaufend Fragen zu stellen. Und versuche, eine zweite Meinung einzuholen, um die Eigenschaften Deines Krebses zu erfassen. Manche von uns werden selbst Expert*innen, um die ganzen medizinischen Eigenarten des Krebses zu verstehen, um wenigstens ein bisschen Kontrolle \u00fcber unser Leben zur\u00fcckzugewinnen. Eine solche Expertin wurde ich nicht. Finde es aber entscheidend, wie und wodurch Du Deinen eigenen Zugang zum Krebs und zu den Narrativen findest, die f\u00fcr Dich am besten funktionieren: ob es das medizinische, sozio-politische, spirituelle, eine Mischung aus allen oder ganz anderen ist. Nimm Dir Zeit, das Narrativ Deines Lebens neu zu entwerfen.<br><\/p>\n\n\n\n<h3>Raum und Zeit<\/h3>\n\n\n\n<p><em>\u00bbMetaphorisch gesehen ist Krebs nicht so sehr eine Krankheit der Zeit als eine Krankheit oder Pathologie des Raumes. Seine haupts\u00e4chlichen Metaphern beziehen sich auf die Topographie (Krebs breitet sich aus, wuchert, oder dehnt sich aus; Geschw\u00fclste werden chirurgisch entfernt), und seine am meisten gef\u00fcrchtete Folge, fast gleichrangig mit der Furcht vor dem Tod, ist die Verst\u00fcmmelung oder Amputation eines Teils des K\u00f6rpers.\u00ab<\/em><br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Metaphorisch gesprochen ja. Der Krebs l\u00e4sst Dein Sicherheitsgef\u00fchl zersplittern und vernebelt jegliche Koordinaten f\u00fcr Raum und Zeit. Krebs ist ein grober und grausamer Intensivkurs in Sterblichkeit und entfaltet sich dadurch als eine Krankheit der Zeit. Es geht um unsere Endlichkeit, und in diesem Sinne ist er fast brutal und extrem streits\u00fcchtig. Krebs zerschneidet gnadenlos pers\u00f6nliches Zeitempfinden. Es ist bewusstes (Er)Leben mit einer Begrenzung, zeitbezogen. Zukunftspl\u00e4ne? Liegen f\u00fcr eine Weile auf Eis. Fr\u00fchere Entscheidungen? Manche taugen, andere nicht. Aufgeschobene Belohnungen? Entscheide, welche Du zuerst erf\u00fcllst. Unerledigte Aufgaben? Priorisiere und polarisiere. Zeit verschwenden? Ein Luxus, der f\u00fcr diejenigen reserviert ist, die nicht todkrank sind.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Als ich angefangen habe, die Diagnose zu verarbeiten, klang die erste Dringlichkeit ab. Tats\u00e4chlich werde ich sehr wohl meine Zeit verschwenden, dieser ultimative Ausdruck einer Leichtigkeit, eine Liebkosung des Widerstands. (Danke, An.!) Und darin dem Produktivit\u00e4tsparadigma unserer Zeit sorglos die Stirn bieten. Mische Dich in Zeitlichkeiten ein. Lerne, Dein eigenes Zeitempfinden zu entwickeln und zu sch\u00fctzen. Es gleichzeitig gegen den Puls der ungeduldigen Gegenwart zu gestalten, gegen den Schatten Deiner drohenden Sterblichkeit, gegen die Ablenkung Deiner r\u00fcckf\u00e4llig gewordenen \u00c4ngste, an den Ufern Deiner angesp\u00fclten Vergangenheiten und inmitten der Verspieltheit Deiner vorgestellten Unsterblichkeit. Die Aufgabe der Zeitaufnahme verwandelt sich unerm\u00fcdlich und bleibt unvollendet, allerdings ist sie zu einem integralen Bestandteil meiner pers\u00f6nlichen Anti-Krebs-Kampagne geworden. Sich auf Null stellen. Sich wieder aufrappeln. Sich wieder holen.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der eventuell ersch\u00f6pfenden Begegnungen mit Deiner Nach- und Vor-Sorge kann es sein, dass Dich der neue Takt verspannt: mit seinen einsch\u00fcchternden, wenn auch sich wiederholenden Momentaufnahmen der Kontroll-Termine, der Wartezimmer, der Ergebnisse, der Entscheidungen, der Handlungen, der Pausen, der Kontroll-Termine, der Wartezimmer, der Ergebnisse, der Entscheidungen, der Handlungen, Pause. Das erfordert ein Zen, das Du erst lernen, und dann etablieren musst. Leider werden Entspannungstechniken nicht mit der Diagnose geliefert. Ich leihe mir den Begriff \u00bbinnere Kampfk\u00fcnste\u00ab, um meine Innenausstattung f\u00fcr die kommenden Kontroversen zu beschreiben. Negative der Zeit, als ein gleichzeitiges, definitiv nicht gradliniges Zusammensein von Momentaufnahmen, sind ein Teil davon. Und wenn die Angst sich anschleicht, dann dem jetzigen Moment die volle Aufmerksamkeit zu schenken, sich ihm fast aufgebracht hinzugeben, diese Hingabe lindert die Sorge schon etwas \u2013 die einer Zukunft, die vielleicht nie kommen wird. Verschwendung.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Noch etwas zum W\u00fcnschen: Die eigene Erfahrung, in existentiellem Limbo zu leben, hilft vielleicht, diese Empathie auf andere auszudehnen. Andere, die mit den \u00e4hnlichen und den einzigen Konstanten rechnen m\u00fcssen: Ungewissheit und Unvorhersehbarkeit. Wie Gefl\u00fcchtete, die auf die Chance warten zu fliehen, die darauf warten, sicher anzukommen, die darauf warten, ein neues Leben zu beginnen. Dazu schreibt Homi K. Bhabha: \u00bbDie Politiken des Wartens sind kein passiver Zustand: f\u00fcr Migrant*innen ist es die Sorge des Voraussehens, die sich in der lebenden H\u00f6lle der Natalit\u00e4t abspielt.\u00ab Vielleicht kann das Warten ein bisschen weniger \u00bbH\u00f6lle\u00ab werden, wenn wir diese verschiedenen Erfahrungen von Verletzlichkeit teilen. Wenn das eine Basis f\u00fcr breitere Koalitionen und ein sich \u00bbUmeinander sorgen\u00ab schafft, das in neue Formen des Aktivismus ausufert. Verbindender und verbundener Mut und Mitgef\u00fchl als Ausdruck von Mit-Auseinandersetzung und Mit-Leiden. Miteinander statt Gegeneinander. Judith Butler nannte dies \u00bbVerletzlichkeiten als eine Form des Aktivismus oder als das, was auf eine Art in Widerstandsformen mobilisiert wird.\u00ab Kante zeigen.<br><\/p>\n\n\n\n<h3>Fragen<\/h3>\n\n\n\n<p><em>\u00bbGanz \u00e4hnlich kann der Beweis, dass es krebsanf\u00e4llige Familien und bei Krebs m\u00f6glicherweise einen Erbfaktor gibt, akzeptiert werden, ohne dem Glauben etwas anzuhaben, dass Krebs eine Krankheit sei, die jeden einzelnen Menschen als Individuum strafend trifft. Niemand, der Cholera oder Typhus bekommt, fragt: Warum ich?. Aber Warum ich? (im Sinne von das ist ungerecht) ist die Frage vieler, die erfahren dass sie Krebs haben.\u00ab<\/em><br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Um ehrlich zu sein, habe ich mir diese Frage nie gestellt. Bis heute lehne ich die vielen angebotenen Erkl\u00e4rungen f\u00fcr die Ursachen der Entstehung von Krebs ab. Und glaubt mir, es gibt Erkl\u00e4rungsangebote. Sehr viele. Es gibt keine tiefere Bedeutung, keinen Test und\/oder Forschungsauftrag, keine Aufforderung, Dein Leben von jetzt an zu \u00e4ndern, keine Mission, endlich Deinen Tr\u00e4umen zu folgen, keine Weisheit, womit Du Dein Leben bewusster leben wirst. Ich glaube nicht an das Ver\u00e4nderungsversprechen oder an den \u00bbJ\u00fcdisch-Christlichen Glauben von Erl\u00f6sung nach der Krise\u00ab, wie Am. es rahmte. Du kannst Dich entscheiden, mit der Krankheit zu arbeiten, aber echt jetzt: Das ist keine Komponente im Gesamtpaket. Die urspr\u00fcngliche Krebszustellung beinhaltet schon genug. Du brauchst keine Extra-Features. Erlaube Dir zu akzeptieren, dass manche Dinge einfach keine tiefere Bedeutung haben. Der Krebs teilt weder Gerechtigkeit noch Strafe aus, keine Krankheit macht das. Aber wie in allen Ability-Angelegenheiten, lindert Akzeptanz alleine alles. Almost.<br><\/p>\n\n\n\n<h3>Vergiftung<\/h3>\n\n\n\n<p><em>\u00bbSo sehr diese Krankheiten aber individualisieren, sie \u00fcbernehmen doch einige der Metaphern f\u00fcr epidemische Krankheiten. (\u2026) und Krebs gilt heute als eine Krankheit infolge der Vergiftung der ganzen Welt.\u00ab<\/em><br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Ziemlich \u00fcberraschend also, wenn die ganze Welt kontaminiert ist, dass Krebs immer noch als eine Krankheit wahrgenommen wird, die nur \u00bbAndere\u00ab bekommen, obwohl ein n\u00fcchterner Blick ins Umfeld uns eine ganz andere Realit\u00e4t pr\u00e4sentiert. L\u00e4sst die Angst vor einer potenziell t\u00f6dlichen Krankheit Menschen denken, es sind immer nur die Anderen, die die Krankheit bekommen? Eine Vermeidung der eigenen Verletzbarkeit? Andererseits besitzen manche Menschen hoch funktionsf\u00e4hige Verdr\u00e4ngungsmechanismen. Angeblich sind die \u00dcberlebenschancen bei Krebs auch gestiegen, aber h\u00f6chstwahrscheinlich nur f\u00fcr diejenigen, die sich eine Gesundheitsversorgung leisten k\u00f6nnen, und daf\u00fcr ist ein gut funktionierendes Gesundheitssystem auch f\u00f6rderlich. Trotzdem sind Krebs-Statistiken einfach ern\u00fcchternd. Genauso wie die damit einhergehende Sprache: Nach zehn Jahren wirst Du als \u00bbLangzeit\u00fcberlebende*r\u00ab eingestuft. Geht es noch unangemessener? Was? Ihr nennt zehn Jahre \u00bbLangzeit\u00ab? Was f\u00fcr eine Beleidigung. F\u00fcr alle \u00dcberlebenden.<br><\/p>\n\n\n\n<h3>Kriegf\u00fchrung<\/h3>\n\n\n\n<p><em>\u00bbDas Krebsverst\u00e4ndnis st\u00fctzt ganz andere, zugegebenerma\u00dfen brutale Auffassungen von Behandlung. (Ein \u00fcblicher Scherz in Krebskrankenh\u00e4usern, den man von \u00c4rzten ebenso oft h\u00f6ren kann wie von Patienten, lautet: Die Behandlung ist schlimmer als die Krankheit.) Davon, dass der Patient verz\u00e4rtelt werden k\u00f6nnte, kann keine Rede sein. Wenn man einmal davon ausgeht, dass der K\u00f6rper des Patienten von einem Angriff (einer Invasion) bedroht wird, kann die einzige Behandlung nur in einem Gegenangriff bestehen. Die kontrollierenden Metaphern in den Beschreibungen von Krebs sind tats\u00e4chlich nicht der \u00d6konomie entlehnt, sondern der Sprache der Kriegf\u00fchrung. (\u2026) So vervielfachen Krebszellen sich nicht einfach, sie sind invasorisch. (\u2026) Die Behandlung hat ebenfalls einen milit\u00e4rischen Beigeschmack. Die Strahlentherapie nutzt die Metaphern des Luftkriegs; die Patienten werde mit toxischen Strahlen beschossen, und die Chemotherapie ist die chemische Kriegf\u00fchrung, bei der Gifte eingesetzt werden. Die Behandlung zielt darauf ab, die Krebszellen zu t\u00f6ten (ohne, so hofft man, den Patienten umzubringen). (\u2026) doch steht man auf dem Standpunkt, dass nahezu jeglicher K\u00f6rperschaden gerechtfertigt ist, wenn nur das Leben des Patienten gerettet wird. Oft funktioniert das nat\u00fcrlich nicht.\u00ab<\/em><br><br><\/p>\n\n\n\n<p>In meiner ersten E-Mail an meine Kolleg*innen habe ich \u00fcber das K\u00e4mpfen geschrieben, um dann unmittelbar danach zuzugeben, ich habe \u00fcberhaupt keine Lust auf K\u00e4mpfen, Durchhalten, Ringen mit meinem K\u00f6rper. Stattdessen f\u00fchlte ich mich schon total ersch\u00f6pft. Die Kampf-\/Kriegssprache war f\u00fcr mich nicht stimmig. Machte mir aber bewusst, wie sehr diese Metaphern in unserem Sprachgebrauch verhaftet sind. Wie wir die gutgemeinten Zuspr\u00fcche von \u00bbDu wirst den Krebs besiegen! Du wirst ihn bek\u00e4mpfen!\u00ab erst einmal verlernen m\u00fcssen, weil sie nicht immer hilfreich sind. Wenn Eine*r dabei ist zu sterben, willst Du vielleicht lieber dar\u00fcber reden, wie ihr die Energien, die noch da sind, einteilen wollt und wie ein guter Tag aussehen k\u00f6nnte. Noch eine Bemerkung bitte: Der Krebs ist keine Einladung f\u00fcr generelle Tipps zur besseren Lebensf\u00fchrung, wie: aufh\u00f6ren zu rauchen, zu trinken, Fleisch zu essen und anzufangen, Sport zu machen. Nur weil wir krebskrank sind, wollen wir nicht den Rest unserer Tage damit verbringen, einen Neujahrsvorsatz nach dem anderen zu erf\u00fcllen und dabei Heilige zu werden.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso haben scheinbar einfache Fragen, beil\u00e4ufige Bemerkungen und plumpe Phrasen eventuell ihre urspr\u00fcngliche Belanglosigkeit verloren und sind stattdessen hochaufgeladen. Ein harmloses \u00bbWie geht es Dir?\u00ab k\u00f6nnte jetzt zu einem gl\u00fchenden Klagelied f\u00fchren. Sorry im Voraus: Die erwarteten Antworten sind eindeutig ausgegangen. Gleichzeitig gehen die Herausforderungen an Kommunikation und sich verbunden zu f\u00fchlen weiter: Deinen eigenen Ausdruck zu finden, um das zu adressieren und zug\u00e4nglich zu machen, was Du durch- und erlebst. F\u00fcr Dich. F\u00fcr Andere. Dass dieser Prozess nie wirklich zu Ende ist. Dass er definitiv nicht nur f\u00fcr den Krebs gilt, sondern f\u00fcr jede Erfahrung, die lebensver\u00e4ndernd ist und sich zu nah am Tod und\/oder der Gewalt bewegt.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Was mir auch aufgefallen ist: Alle in der Reha-Klinik \u00e4u\u00dferten das Gef\u00fchl, letzten Endes ganz viel Gl\u00fcck gehabt zu haben. Egal wie schwer die Operation(en), wie viele Chemotherapien oder Bestrahlungen, wie beeintr\u00e4chtigt die fr\u00fcheren Fertigkeiten wurden. Es erf\u00fcllt mich mit Demut dar\u00fcber, was Menschen aushalten, durchhalten, und woraus sie wieder hervorgehen k\u00f6nnen. Und wie dankbar Menschen f\u00fcr das Leben sind, das ihnen noch bleibt. Aber \u00bbWarum sind wir dankbar, dass wir leben?\u00ab, fragte mich meine Freundin R., und ich stelle diese Frage hier zur kollektiven Betrachtung.<br><\/p>\n\n\n\n<h3>Krankheit der Anderen und Mutanten<\/h3>\n\n\n\n<p><em>\u00bb(\u2026) so ist Krebs die Krankheit des Anderen. Krebs entwickelt sich anhand eines Science-Fiction Szenarios: eine Invasion von fremden oder mutanten Zellen, die st\u00e4rker sind als normale Zellen (\u2026). Krebs k\u00f6nnte als eine triumphale Mutation beschrieben werden, und Mutation ist heute hauts\u00e4chlich ein Bild f\u00fcr Krebs.\u00ab<\/em><br><br><\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbSpontanmutation\u00ab, so wurde mein Tumor beschrieben. Der Krebs klopft wirklich nicht an, bevor er eintritt. Aber welche Krankheit tut das schon? Ist es wirklich eine Invasion? Was sind \u00bbnormale Zellen\u00ab? \u00bbMutant\u00ab, \u00bbfremdartig\u00ab, \u00bbinvasiv\u00ab sind alles Begriffe von Normalisierungsregimen, die besonders f\u00fcr Krankheiten verwendet werden, die immer noch nicht vollst\u00e4ndig erkl\u00e4rt oder verstanden oder als solche dargestellt werden. Der Krebs kann nur als eine Krankheit der Anderen betrachtet werden, weil Eine*r nie erwartet, dass etwas T\u00f6dliches aus dem eigenen K\u00f6rper kommen kann. Schon wieder diese langweiligen Binarit\u00e4ten in diesem kulturellen Kontext: Du kannst nur gesund sein, wenn das Au\u00dfen ungesund ist. Das Andere, Au\u00dfenstehende ist die Erkrankung, Krankheit: Du bist das Gegenteil. Was macht einen mutma\u00dflich gesunden K\u00f6rper aus \u2013 abgesehen davon, eine physische Projektionsfl\u00e4che der Normen und der sozialen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Vorstellungen einer spezifischen Gesellschaft, Ortschaft und Zeit zu sein? Als solche(s) ver\u00e4ndern sich alle st\u00e4ndig, was ihren verg\u00e4nglichen Zustand offenbart: Kein K\u00f6rper bleibt der Gleiche, kein \u00bbGesundheits-\u00ab Status bleibt gleich (Danke, K.), kein Verst\u00e4ndnis von dem, was \u00bbGesundheit\u00ab eigentlich hei\u00dft, bleibt gleich, geschweige denn, dass es das Gleiche \u00fcberall auf der Welt bedeuten w\u00fcrde. <br><br>Die wirtschaftliche Ausbeutung von Krankheiten und die besondere Gewinntr\u00e4chtigkeit, die mit ihnen verbunden ist, sind Bestandteil der privatisierten Profit- und makabren Sinnerzeugungssysteme des Neoliberalismus. Der Krebs, wie jede andere Krankheit, sollte keine Ware bleiben und h\u00e4tte nie eine werden d\u00fcrfen. Als akkreditierte Kranke erlebst Du Normalisierungsregime noch kompromissloser, wenn Du st\u00e4ndig entlang der Kriterien von Grenzwerten gemessen wirst. Das Problem ist: All diese Messlatten werden nicht als kultur- und kontextabh\u00e4ngige Wahrheiten kommuniziert, sondern als absolute Wertesysteme. Manche medizinischen \u00bbEmpfehlungen\u00ab entpuppen sich als Sch\u00f6nheitsnormen oder kosmetische Kriterien. Krankheit kann normalisieren, und das ist nie hilfreich. Aber, wenn Du vorher schon Normen in Frage gestellt hast, bist Du in bester Ausgangsposition f\u00fcr den Umgang mit Dir als Abtr\u00fcnnige*r. Willkommen im Club\u2026<br><\/p>\n\n\n\n<h3>L\u00f6sen<\/h3>\n\n\n\n<p><em>\u00bbSind doch unsere Anschauungen \u00fcber Krebs und die Metaphern, die wir ihm angeh\u00e4ngt haben, in hohem Ma\u00dfe Vehikel f\u00fcr die gro\u00dfen Unzul\u00e4nglichkeiten dieser Kultur, f\u00fcr unsere oberfl\u00e4chliche Haltung dem Tod gegen\u00fcber, f\u00fcr unsere \u00c4ngste gegen\u00fcber dem Gef\u00fchl, f\u00fcr unsere r\u00fccksichtslosen, leichtsinnigen Reaktionen auf unsere wirklichen Wachstumsprobleme, f\u00fcr unsere Unf\u00e4higkeit, eine fortgeschrittene Industriegesellschaft aufzubauen, die den Konsum in angemessener Weise reguliert, ein Vehikel auch f\u00fcr unsere berechtigte Furcht vor dem zunehmend gewaltt\u00e4tigen Verlauf der Geschichte. Die Krebsmetapher wird \u00fcberholt sein, wage ich vorauszusagen, lange ehe die Probleme, die sie so beredt reflektiert hat, gel\u00f6st sein werden.\u00ab<\/em><br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Ja! Krankheit kann eine isolierende Erfahrung sein und stigmatisierende Metaphern tragen ihren Teil dazu bei, eine Atmosph\u00e4re des Nichtdazugeh\u00f6rens zu schaffen. Lasst Menschen mit einer schwierigen Diagnose nicht allein, es sei denn nat\u00fcrlich, sie wollen es. Du musst keine klugen Dinge sagen, sei einfach da, sei Begleitung, halte die Situation. Ja, Krankheit ist f\u00fcr eine Weile vielleicht das einzige Gespr\u00e4chsthema. Vielleicht ist es f\u00fcr viele Beteiligte erm\u00fcdend. Aber vergesst bitte nicht: Es ist auch erm\u00fcdend, \u00fcber alle Belange der Abled-Welt zu sprechen, als ob nichts gewesen w\u00e4re. Und erlaubt mir zu sagen: Ich denke, wir w\u00fcrden alle davon profitieren, wenn nicht diejenigen, die z.B. Ableism, Rassismus, Sexismus, LGBTIQA+ -Hass, Fat-Shaming, Klassismus und Antisemitismus erfahren, das st\u00e4ndig thematisieren m\u00fcssten, damit diese strukturellen Ungerechtigkeiten \u00fcberhaupt angesprochen werden, sondern wenn Andere die Sache(n) auch thematisieren w\u00fcrden. Das bedeutet f\u00fcr mich: Orte f\u00fcr kollektive Begegnungen zu schaffen, in denen Du Zeug*in bist, wie Menschen ihre Auseinandersetzungen, Anstrengungen, Wege teilen. Wo sich individuelle, f\u00fcr viele so isolierende Erfahrungen in eine kollektive Perspektive einbinden. In denen Du lernst, den Erfahrungen anderer aktiv und solidarisch zuzuh\u00f6ren, und in denen dadurch pers\u00f6nliche Geschichten von Verletzbarkeit, Ability, Aktivismus und Widerstand emporkommen und sich erm\u00f6glichen. Nice try.<br><\/p>\n\n\n\n<h3>Grenzg\u00e4nge<\/h3>\n\n\n\n<p><em>\u00bbKrankheit ist die Nachtseite des Lebens, eine eher l\u00e4stige Staatsb\u00fcrgerschaft. Jeder, der geboren wird, besitzt zwei Staatsb\u00fcrgerschaften, eine im Reich der Gesunden und eine im Reich der Kranken. Und wenn wir alle es auch vorziehen, nur den guten Ruf zu benutzen, fr\u00fcher oder sp\u00e4ter ist doch jeder von uns gezwungen, wenigstens f\u00fcr eine Weile, sich als B\u00fcrger jenes anderen Ortes auszuweisen.\u00ab<\/em><br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Bisher funktionieren diese Staaten entlang sehr strikter Normen und Grenzen, was z.B. Gesundheit und Krankheit, Ability und Disability angeht. Sobald Du Dich jenseits dieser Normen verortest, wird Deine \u00bbStaatsangeh\u00f6rigkeit\u00ab infrage gestellt. Das enth\u00fcllt ihre Fragilit\u00e4t, ihre Unbest\u00e4ndigkeit, aber erschlie\u00dft gleichzeitig R\u00e4ume f\u00fcr Deine eigene Interpretation von angeblicher Ability und Gesundheit. Vielleicht wirst du ein*e Wander*in zwischen diesen Welten. Du wirst zur Grenzg\u00e4nger*in: Deine Art zu heilen, Deine (vulner)abilities zu respektieren, Deine \u00c4ngste zu konfrontieren, als ein andauerndes Bewegen zwischen den Welten, wie Du sie kanntest, und der gleichzeitigen Erschaffung von neuen. Jenseits von Bin\u00e4rit\u00e4ten. Jenseits dieser Regime des mutma\u00dflich Normalen und zugeschriebener F\u00e4higkeiten. Jenseits der Ungeduld Deiner Umgebung, Dein altes Selbst auferstehen zu lassen. Manche sehnen sich danach, zu dem vorherigen \u00bbNormal\u00ab, der vorherigen \u00bbNormalit\u00e4t\u00ab zur\u00fcckzukehren oder geben sich sehr viel M\u00fche, das zu rekonstruieren. Aber Vorher ist weg. Dahin kannst Du nicht zur\u00fcck. Sei wohlwollend, wenn Du die Risse entdeckst, nachdem Du gerade neu tapeziert hast. Negative der Zeit: Sie erz\u00e4hlen Geschichten, bezeugen Krisen, zeichnen sie auf, bilden sie ab. Erlaube Dir, die verschiedenen \u00bbDus\u00ab darin zu sehen. Eines Tages. Denn der Krebs bleibt ein Kaleidoskop der Komplexit\u00e4ten. Abschnitte.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbersetzung: Joanna Rowe, \u00dcberarbeitung: Nina Schulz<br><br><\/p>\n\n\n\n<h3><strong>Susan Sonntag<\/strong><br><\/h3>\n\n\n\n<p>1977 ver\u00f6ffentlichte die US-amerikanische Essayistin, Schriftstellerin und Regisseurin im New York Review of Books ihre dreiteilige Essay-Reihe, die sp\u00e4ter in das Buch \u00bbIllness as Metaphor\u00ab (Krankheit als Metapher) m\u00fcndete. 1988 vertritt sie in ihrem Folgewerk \u00bbAIDS and Its Metaphors\u00ab die These, dass die ehemaligen Zuschreibungen an Krebs teilweise an AIDS \u00fcbertragen wurden. Sie analysiert, welche Rolle Metaphern und der sprachliche Umgang mit t\u00f6dlichen Krankheiten spielen. Anstatt diese Krankheiten weiter zu d\u00e4monisieren, demaskiert sie Zuschreibungen an sie und pl\u00e4diert daf\u00fcr, Krankheit anders in unser Leben zu integrieren. Susan Sontag starb am 28. Dezember 2004 an ihrer zweiten Krebserkrankung.<\/p>\n\n\n\n<p><br><br><\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.akweb.de\/gesellschaft\/krebs-bleibt-ein-kaleidoskop-der-komplexitaeten\/\">Krebs bleibt ein Kaleidoskop der Komplexit\u00e4ten<\/a> <em>analyse&amp;kritik 657 vom 18. Februar 2020<\/em> <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leben mit der Krankheit &#8211; pers\u00f6nliche und politische Perspektiven<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/q-words.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/903"}],"collection":[{"href":"https:\/\/q-words.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/q-words.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/q-words.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/q-words.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=903"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/q-words.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/903\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":928,"href":"https:\/\/q-words.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/903\/revisions\/928"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/q-words.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=903"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/q-words.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=903"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/q-words.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=903"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}