{"id":841,"date":"2021-06-10T17:51:55","date_gmt":"2021-06-10T17:51:55","guid":{"rendered":"http:\/\/q-words.net\/?p=841"},"modified":"2021-08-06T05:23:27","modified_gmt":"2021-08-06T05:23:27","slug":"stonewall-was-a-riot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/q-words.net\/?p=841","title":{"rendered":"\u00bbStonewall was a riot\u00ab"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Stonewall Aufstand 1969 war ein Aufbegehren gegen Gewalt, aber kein singul\u00e4res Ereignis <br><\/p>\n\n\n<p><!--more--><\/p>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<p>Obwohl der Stonewall Aufstand ein wichtiger Bezugspunkt einer selbstbewusst auftretenden LGBTIQA+ Bewegung ist, sollte eine Geschichtsschreibung der Bewegung die Riots st\u00e4rker im Zusammenhang der gesamtgesellschaftlich gef\u00fchrten K\u00e4mpfe betrachten und nicht als ein singul\u00e4res Ereignis hochstilisieren. (1) Und so queere Widerst\u00e4nde als andauernde Auseinandersetzungen zu initiieren, die solidarische Praxen und unvorhersehbare Effekte hervorbringen.<\/p>\n\n\n<p>In den fr\u00fchen Morgenstunden des 28. Juni 1969 hatten BIPOC Sexarbeitende, Transpersonen und Drag Queens, Butches und Femmes (2), sowie andere Menschen, die wegen ihres normabweichenden Verhaltens verarmt und obdachlos waren, genug: Bei einer Razzia im Stonewall Inn in der Christopher Street in New York setzen sie sich zur Wehr und lieferten sich mehrt\u00e4gige, militante Stra\u00dfenschlachten mit der Polizei. Die Stonewall Riots waren ein Aufbegehren gegen massive staatliche Repression, die ausgrenzenden Normen und die damit einhergehende Gewalt der Mehrheitsgesellschaft.<br><br><\/p>\n\n\n\n<h2>Barkulturen<br><br><\/h2>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>In den 1950er und 1960er Jahren blieb Menschen in den USA, deren Lebens- und Ausdrucksweisen jenseits heteronormativer, mittelklassiger, wei\u00dfer und christlich gepr\u00e4gter Moral- und Verhaltensvorstellungen lagen, nicht nur der Zugang zu ihren Grundrechten und einer einfachen gesellschaftlichen Teilhabe verwehrt, sondern oft auch der schlichte Zutritt zu Einrichtungen des t\u00e4glichen Lebens. Bars bildeten eine Ausnahme. Siewaren ein wichtiger Ort des Zusammenkommens, Austauschens, Ausprobierens, Feierns und sich-Organisierens\u2013 in mehrfacher Hinsicht. Bars boten eine willkommene Auszeit vom allt\u00e4glichen \u00dcberlebensstress. Das Stonewall Inn war besonders bei mehrfach marginalisierten Menschen beliebt, die sich das Ausgehen an anderen Orten nicht leisten konnten.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Das Klima in der US-amerikanischen Gesellschaft der 1950er Jahren war vom Anti-Kommunismus McCarthy&#8217;s gepr\u00e4gt, auf dessen Verfolgungslisten auch Homosexuelle standen. 1952 listete die American Psychiatric Association Homosexualit\u00e4t in ihrem Diagnostic and Statistical Manual (DSM) als psychische St\u00f6rung, als die sie dort bis 1973 blieb. Der liberale Nachkriegskonsens der USA basierte auf der systematischen Ausgrenzung gro\u00dfer Teile der Bev\u00f6lkerung, besonders der Schwarzen Bev\u00f6lkerung. Denn der Wirtschaftsboom nach dem Zweiten Weltkrieg, der zur Zunahme sozialstaatlicher Programme und wachsender politischer Teilhabe h\u00e4tte f\u00fchren sollen, tat genau das nicht.Als Konsequenz erstarkte Mitte der 1950er die Civil-Rights-Bewegung f\u00fcr die Rechte von Afroamerikaner*innen, in den 1960er Jahren entstand eine Gegenkultur-Bewegung und ab 1964 die Anti-Vietnam-Kriegsbewegung. Alle diese Bewegungen traten immer \u00f6fter, entschlossener und kompromissloser auf, offenbarten sehr deutlich, wo die gesellschaftlichen Konfliktlinien verliefen und nahmen unmittelbar Bezug aufeinander. Die K\u00e4mpfe von LGBTIQA+ m\u00fcssen als darin eingebettet und vor diesen Hintergr\u00fcnden verstanden werden.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>1950 gr\u00fcndete sich die Mattachine Society, deren Ziele es waren, Homosexuelle zu vernetzen, zu informieren und \u00bbsexual deviants\u00ab bei juristischen Problemen zur Seite zu stehen. Aber ab 1953 setzte die Organisation mehr auf Assimilation und sogenannte Achtbarkeit von Homosexuellen. Sie glaubte, Einstellungen zur Homosexualit\u00e4t eher zu ver\u00e4ndern, indem das \u00bbNormale\u00ab an Schwulen und Lesben betont w\u00fcrde, die sich gar nicht so sehr von Heteros unterscheiden w\u00fcrden. In San Francisco gr\u00fcndeten Lesben wenig sp\u00e4ter die Daughters of Bilitis (DOB), die urspr\u00fcnglich zusammen kamen, um an einem sicheren Ort zu tanzen, aber bald \u00e4hnliche Ziele wie die Mattachine Society verfolgten.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Diesen assimilierenden und normalisierenden Ansatz begr\u00fc\u00dften aber nicht alle. Als Antwort auf Polizeirepressionen gab es bereits 1959 im Cooper Do-nuts Caf\u00e9 in Los Angeles einen Aufstand von Homos und Transpersonen. Dem folgte 1966 ein gr\u00f6\u00dferer Aufstand von Drag Queens, Sexarbeitenden und Transpersonen, die in Compton\u2019s Cafeteria in San Francisco sa\u00dfen, als die Polizei \u00bbM\u00e4nner festnehmen wollte, die sich als Frauen\u00ab anzogen. Die Sozialwissenschaftlerin und Aktivistin Susan Stryker charakterisiert den Aufstand als \u00bbeinen Akt von Anti-Transgender-Diskriminierung, eher als einen Akt von Diskriminierung wegen sexueller Orientierung\u00ab, der von vielen als Beginn eines Transgender-Aktivismus in San Francisco gesehen wird. Diese Riots von LGBTIQA+ reihen sich in eine Serie von Riots von Schwarzen Communities in unterschiedlichen St\u00e4dten zwischen 1964 bis 1970 ein. (3)<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Razzien in Bars mit LGBTIQA+waren in diesen Jahren an der Tagesordnung. Bei dem Aufstand im Stonewall Inn gelang es der Polizeinicht, die Oberhand in der Auseinandersetzung zu gewinnen. Zu den Aktivist*innen der Stunden geh\u00f6rten unter anderem Storm\u00e9 De Larverie, Marsha P. Johnson, Thomas Lanigan-Schmidt, Sylvia Rivera und Craig Rodwell. Die Parolen der aufst\u00e4ndischen N\u00e4chte und Tage waren \u00bbDrag Power\u00ab, \u00bbThey invaded our rights\u00ab, \u00bbSupport gay power\u00ab, und \u00bbLegalize gay bars\u00ab. Das Stonewall Inn kommunizierte seinen Widerstand best\u00e4ndig mit der Leuchtschrift \u00bbWe are open\u00ab.<br><br><\/p>\n\n\n\n<h2>\u00bbYou bet your sweet ass\u00ab<br><br><\/h2>\n\n\n\n<p>Wenige Monate nach den Stonewall Riots gr\u00fcndete sich die Gay Liberation Front (GLF) und stellte in einem ihrer ersten Flyer die rhetorische Frage: \u00bbDo You Think Homosexuals Are Revolting? You Bet Your Sweet Ass We Are!\u00ab Eine ihrer ersten Aktionen war eine Demo, um den Moment des Stonewall Aufstands weiter am Leben zu halten und ein Ende der Homosexuellenverfolgung zu fordern. Ihr politisches Programm war anti-rassistisch, anti-kapitalistisch, mit klarem Bezug auf die Befreiungsbewegungen des globalen S\u00fcdens und einer Ablehnung \u00bbnuklearer\u00ab Familienstrukturen und traditioneller Geschlechterrollen. Sie arbeiteten mit den Black Panthers zusammen und wandten sich gegen das Women\u2019s House of Detention, ein besonderer Frauenknast in New York. Kurze Zeit sp\u00e4ter gr\u00fcndeten einige Mitglieder die lesbische Aktivistinnen-Gruppe Lavender Menace, andere wie Marsha P. Johnson und Sylvia Rivera initiierten die Street Transvestite Action Revolutionaries (STAR), die Knastarbeit machten und Unterk\u00fcnfte f\u00fcr obdachlose Jugendliche, insbesondere \u00bbstreet queens\u00ab organisierten. Andere Mitglieder gr\u00fcndeten die Gay Activist Alliance (GAA), die explizit \u00bbinnerhalb\u00ab des politischen Systems arbeiten wollte. 1970 gab es in New York, Los Angeles und Chicago die ersten Gay Pride Demonstrationen. Im darauffolgenden Jahr fanden sie in verschiedenen US-amerikanischen St\u00e4dten und ebenso in London, Paris, West-Berlin und Stockholm statt. Und dann kamen die Kommerzialisierungen der CSDs und andere, wie so oft vorhersehbare, Vereinnahmungen dazu.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>In der politischen Praxis bezogen sich Aktivist*innen sehr stark auf die Erfahrungen der Civil-Rights-Bewegung und deren Taktiken von Boykotten, Sit-Ins, Nights-Out und anderen Aktionsformen, die in den \u00f6ffentlichen Raum hineinagierten und dort existierende Grenzziehungen in Frage stellten. (4) Sie hinterfragten, was als \u00f6ffentlich und privat gilt, wer Zutritt zu was hat, wer darin Gewalt ausgesetzt ist. Wenig sp\u00e4ter inspirierteauch die politische Praxis der Black Panther mit ihren Nachbarschaftspatrouillen die Pink Panther in ihrem \u00bbTake back the night\u00ab-Konzept.<br><br><\/p>\n\n\n\n<h2>Die Entstehung von Act Up<br><br><\/h2>\n\n\n\n<p>In den USA gr\u00fcndete sich auf dem H\u00f6hepunkt der AIDS-Krise 1987 ActUp (AIDS Coalition to Unleash Power). Act Up brachte das Thema in eine breitere \u00d6ffentlichkeit, k\u00e4mpfte gegen die Pharmaindustrie und f\u00fcr den Zugang zu Medikamenten f\u00fcr Erkrankte, gegen deren Stigmatisierung und f\u00fcr eine Gesundheitspolitik, die sich \u00fcberhaupt der Pandemie widmete. Ihre Aktionsformen waren \u00bbDie-Ins\u00ab, politische Beerdigungen, wie die \u00bbAshes Action\u00ab, bei der 1992 die Asche von AIDS-Toten im Vorgarten des Wei\u00dfen Hauses verstreut wurde (\u00bb150.000 Tote und wo war George?\u00ab), Blockaden wie die der Food and Drug Administration (FDA), Demonstrationen wie die erste in der Wall Streetoder St\u00f6rungen von AIDS-Konferenzen, beispielsweise 1989 in Montreal. 1992 st\u00fcrmten sie das Fernsehstudio von CBS News und protestierten gegen den Golfkrieg mit der Parole \u00bbAIDS is news. Fight AIDS, not Arabs\u00ab. Einige ihrer bekanntesten Parolen sind: \u00bbUnited in Anger, Never be silent again \u2013 ACT UP; Silence=Death.\u00ab<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>1990 gr\u00fcndeten Aktivist*innen von ActUp die Gruppe Queer Nation in New York, die sich besonders der wachsenden Gewalt gegen LGBTIQA+ Personen und der Unsichtbarmachung von Queers in den K\u00fcnsten und Medienwidmete und \u00f6ffentliche R\u00e4ume f\u00fcr Marginalisierte sicherer machen wollte. Ihre Taktiken waren kurzfristige, sichtbare und medienorientierte Aktionen, die ohne Entschuldigungen und Begr\u00fcndungen in kulturelle R\u00e4ume hineinintervenierten. \u00bbWe&#8217;re Here. We&#8217;re Queer. Get Used to It.\u00ab Dazu geh\u00f6rten z.B. Kiss-Ins in Einkaufszentren, als postmodernes Anti-Konsum und Anti-Heten-Spektakel oder Queer Nights Out. Queers wollten und sollten nicht mehr nur in den ihnen zugeteilten oder selbsteroberten Bars abh\u00e4ngen. Stattdessen thematisierten sie, dass die meisten \u00f6ffentlichen Orte nicht nur heteronormativ strukturiert sind, sondern wiederum auch Heteronormativit\u00e4t produzieren, parodierten heterosexuelles Verhalten und hinterfragten die Selbstverst\u00e4ndlichkeit heterosexueller Paarungsrituale in \u00f6ffentlichen R\u00e4umen.Dabei ging es immer auch darum, die Trennung von privat und \u00f6ffentlich zu hinterfragen. Aktivist*innen von Queer Nation gr\u00fcndete 1992 Transgender Nation als erste explizite \u00bbqueer transgender social change group\u00ab in den USA. Im gleichen Jahr, in dem sich die Lesbian Avengers gr\u00fcndeten.<br><br><\/p>\n\n\n\n<h2>\u00bbEs ist komplexer\u00ab<br><br><\/h2>\n\n\n\n<p>Einige Geschichtsschreibungen sehen die Stonewall Riots als Beginn der radikalen LGBTIQA+ Bewegung, andere messen diesen Tagen weniger Bedeutung zu, wie die die Mitgr\u00fcnderin der Lesbian Herstory Archives Joan Nestle: \u00bbIch sehe es sicherlich nicht so, dass schwul-lesbische Geschichte mit Stonewall beginnt&#8230; Und ganz sicher beginnt der Widerstand nicht mit Stonewall. Was ich schon sehe, ist ein historisches Aufeinandertreffen von Kr\u00e4ften, und dass sich in den sechziger Jahren wandelte, wie die Menschen die Dinge in dieser Gesellschaft ausgehalten haben und was sie sich weigerten zu ertragen&#8230; Sicherlich ist in dieser Nacht 1969 etwas Besonderes passiert, und wir haben es in unserem Bed\u00fcrfnis, einen \u2013 wie ich es nenne \u2013 Ursprungspunkt zu haben, zu etwas noch Au\u00dfergew\u00f6hnlicherem gemacht&#8230; Es ist komplexer, als zu sagen, dass alles mit Stonewall begann.\u00ab<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Die Auseinandersetzungen um Race, Klasse, Ability, Gender, Sexualit\u00e4t und Begehren sowie politische Positionierungen und Auseinandersetzungen um legitime Aktionsformen wurden hart gef\u00fchrt. Sie m\u00fcndeten in Spaltungen, ein erstes Wei\u00dfwaschen, Homonormieren und Gaystreamen der Hauptakteur*innen. Aus einem mehrheitlich von marginalisierten BIPOC Sexarbeitenden, Drag Queens und trans-gef\u00fchrten Aufstand wurde in der Geschichte pl\u00f6tzlich einer mit schwulen, wei\u00dfen Cis-M\u00e4nnern als Hauptakteuren.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Was bedeutet das f\u00fcr eine politische Praxis? \u00bbQueere Praxis sollte sein, das Problem nicht auf Seiten der Minorisierten anzusetzen, sondern die Dominanzgesellschaft zum Problem zu erkl\u00e4ren.\u00ab (5)<br><br><\/p>\n\n\n\n<h2>Gegen Homonationalismus und Single-Issue-Denken<br><br><\/h2>\n\n\n\n<p>Besonders heute gilt es, sich nicht in die politische Praxis des Homonationalismus eingemeinden zu lassen. Homonationalismus geht auf eine Analyse von Jasbir K. Puar zur\u00fcck, die damit beschreibt, wie bestimmte gesellschaftliche Kr\u00e4fte sich mit Forderungen von LGBTIs identifizieren, um zum Beispiel ihren Rassismus zu rechtfertigen, insbesondere anti-muslimischen Rassismus. Die westliche Gesellschaft wird so als sicher, willkommen-hei\u00dfend, offen gegen\u00fcber sexueller Devianz und integrativ f\u00fcr LGBTIs dargestellt, w\u00e4hrend Zugezogene diese Errungenschaften gef\u00e4hrden w\u00fcrden. Deswegen k\u00f6nnen auch Personen wie Alice Weidel ohne Probleme in der AfD sein. Das ignoriert v\u00f6llig die Realit\u00e4t von LGBTIQA+s unterschiedlicher Herk\u00fcnfte, blendet die weiterbestehenden Ausgrenzungen von nicht-normgerechtem Verhalten aus und soll zu Spaltungen in der Szene f\u00fchren.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich wie bei den Aufstandsformen anderer Ausgegrenzter, stellen sich viele Fragen: Braucht eine Bewegung immer einen \u00bbsingle event\u00ab? Besteht die Herausforderung nicht eher darin, einen andauernden Prozess von Auseinandersetzungen zu initiieren, der auch unvorhergesehene und widerspr\u00fcchliche Effekte hervorbringt? (6) Kann nicht die Vielfalt der damaligen Widerstandsformen und K\u00e4mpfe in ihrer Gesamtheit als ausschlaggebend anerkannt werden? Und was bedeutet das f\u00fcr solidarische Praxen heute? Wird Widerstand \u00fcberhaupt wahrgenommen, wenn er nicht in herk\u00f6mmliche Raster dessen passt, wer darin aktiv wird, etablierte Binarit\u00e4ten hinterfragt, und so bereits andere Erz\u00e4hlungen schreibt? Was bedeutet das f\u00fcr Lesarten von Widerstandsformen, die eine queere Disapora mitbringt? Wie gehen wir mit Differenzen in unseren unterschiedlichen Allianzen um und erkennen an, dass bestimme Konfliktlinien unvereinbar bleiben? Wie kann es gelingen, normative Narrative von Aufstand, Radikalit\u00e4t und Progressivit\u00e4t zu hinterfragen und so eher die Gleichzeitigkeit einer Komplizenschaft in gegenw\u00e4rtigen Machtstrukturen und ihr permanentes Unterlaufen zu leben?<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Audre Lorde sagte in ihrer Analyse der K\u00e4mpfe der 1960er dazu das weiseste \u00bbThere is no such thing as a single-issue struggle because we do not live single-issue lives.\u00ab Das k\u00f6nnten wir uns auch heute auf unsere Transparente und in unsere politischen Praxen (ein)schreiben.<br><br><\/p>\n\n\n\n<h2>Anmerkungen:<br><br><\/h2>\n\n\n\n<p>1) LGBTIQA+ steht f\u00fcr Lesbian, Gay, Bisexual, Transexual, Transgender, Intersex, Queer and Questioning, Asexuals and Allies Plus Others.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>2) BIPOC steht f\u00fcr Black Indigenous and People of Colour.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>3) 1964: Harlem; 1965: Selma to Montgomery M\u00e4rsche, Watts Riots; 1967: Long Hot Summer of 1967, bei dem es in mehr als 100 St\u00e4dten, darunter Detroit, Newark, Cincinnati, Cleveland, Washington, D.C, zu Riots kam; 1968: Nach der Ermordung Martin Luther Kings gab es Riots vonSchwarzen Communities in mehr als 110 St\u00e4dten.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>4) Dazu geh\u00f6ren der Montgomery Bus Boykott (1955-56), Sit-Ins wie in Greensboro und Nashville 1960 und Demonstrationen wie 1963 die Birmingham Children\u2019s Crusade oder Selma to Montgomery 1965.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>5) Siehe den Artikel in ak Nr. 498 von writingworstfearqueens mit dem Titel \u00bbWas hat dich blo\u00df so ruiniert? Vom Aufstieg und Fall der Christopher Street Days\u00ab.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>6) Siehe dazu Mar\u00eda do Mar Castro Varela, Nikita Dhawan und Antke Engel: Hegemony and Heteronormativity. Revisiting \u203aThe Political\u2039 in Queer Politics. London 2011.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Zitat 1: Das Stonewall Inn kommunizierte seinen Widerstand best\u00e4ndig mit der Leuchtschrift \u00bbWe are open\u00ab.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Zitat 2: Aus einem mehrheitlich von BIPOC Sexarbeitenden, Drag Queens und trans-gef\u00fchrten Aufstand wurde in der Geschichte pl\u00f6tzlich einer mit schwulen, wei\u00dfenCis-M\u00e4nnern als Hauptakteuren.<br><br><\/p>\n\n\n\n<p> <strong><a href=\"https:\/\/archiv.akweb.de\/ak_s\/ak650\/index.htm\">Stonewall was a riot<\/a> <em>analyse und kritik 650 vom 18.6.2019<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Stonewall Aufstand 1969 war ein Aufbegehren gegen Gewalt, aber kein singul\u00e4res Ereignis<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[8],"tags":[17,3,12],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/q-words.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/841"}],"collection":[{"href":"https:\/\/q-words.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/q-words.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/q-words.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/q-words.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=841"}],"version-history":[{"count":33,"href":"https:\/\/q-words.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/841\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":912,"href":"https:\/\/q-words.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/841\/revisions\/912"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/q-words.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=841"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/q-words.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=841"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/q-words.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=841"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}